Architektur

    Bachelor und Master

    Dekoratives grafisches Element

    Wo Architektur und Kirche sich begegnen

    (4/24) Architektur-Studierende der HTWG entwickelten in Zusammenarbeit mit der Gemeinde „Open Place“ neue Raumkonzepte für die Kirche Kurzrickenbach. In fünf temporären Ausstellungen verwandeln sich ihre Innenräume in den kommenden Wochen entsprechend der entstandenen Entwürfe – und einer davon soll dauerhaft bleiben.

    Kirchenräume sind besondere Räume! Von außen betrachtet dienen sie im städtischen Gefüge oft zur Orientierung und sind als Landmarke gleichzeitig „öffentliche Zeichen der Religion“, wie es Thomas Erne beschreibt. Von innen erlebt bewegen sie durch ihre atmosphärische Stimmung, die mit den grundlegenden Elementen der Architektur geschaffen wird: Proportion, Material, Klang, Licht.

    Kirche bietet Raum – Raum für Gottesdienste, aber auch Raum für die diakonische Arbeit, d.h. die soziale Arbeit der evangelischen Kirche, um Menschen zu unterstützen, die Hilfe und Anteilnahme brauchen, die sich vielleicht am Rande der Gesellschaft befinden und dies bedingungslos. Vor 10 Jahren gründete Pfarrer Damian Brot das „Open Place“, einen Ort, der eben diese Grenzenlosigkeit lebt. „Ein Ort, an dem alle Menschen unabhängig von ihrem kulturellen und religiösen Hintergrund willkommen sind. Ein Ort, an dem sie Hilfe finden und zur Ruhe kommen können“, so Brot. Der Open Place ist in und um die kleine Kirche in Kurzrickenbach, im Süden von Kreuzlingen, zu einer festen, über die Grenzen bekannten Institution geworden. Neben der Kirche gehören drei weitere Gebäude dazu, die mit Kleiderbörse, einer VerwertBAR mit Mittagstisch und einem Café ein breites soziales Angebot abdecken.

    Während der Coronapandemie diente der Kirchenraum selbst als Café und eröffnete damit gleichzeitig neue Nutzungs- und Überlagerungsmöglichkeiten. Für eben diese Nutzungsvielfalt wurden im vergangenen Wintersemester innenräumliche Lösungen für die verschiedenen Nutzungsszenarien erarbeitet. Das Kooperationsprojekt wurde von Prof. Myriam Gautschi betreut und führte die Studierenden neben dem anhaltenden Diskurs mit der Kirchgemeinde auch zur Exkursion nach Zürich. Dort vertiefte Prof. Christoph Sigrist von der Theologischen Fakultät Uni Bern und Pfarrer im Grossmünster Zürich den theoretischen Hintergrund. Die finalen Ideen der Studierenden haben überzeugt, sodass eins der Konzepte langfristig in der Kirche umgesetzt wird. Die besondere, grenzübergreifende Zusammenarbeit würdigte auch das ArchitekturForum KonstanzKreuzlingen durch die Auszeichnung mit dem „Grenzstein“. Diesen Preis vergibt es jedes Semester im Rahmen der Werkschau an der HTWG.

     

    Ausstellungen der Entwürfe in der Kirche Kurzrickenbach (Bleichestr. 11, 8280 Kreuzlingen)

    Do 28. März – 18 Uhr
    kirche.neu.erinnern
    Agapemahl am Gründonnerstag, Filmpremiere über die Kooperation

    Do 04. April – 18 Uhr
    Kirche des Lichts
    Vortrag von Mario Rechsteiner zum Thema Licht

    Do 11. April – 18 Uhr 
    trinitas tabularum
    „Geschichte der Kirche Kurzrickenbach“ – Vortrag von Annina De Carli-Lanfranconi
    Konzert des Chors Creatones

    Do 18. April – 18 Uhr
    REmove REthink REplace
    „Was Kirchenraum kann“ - im Gespräch mit Kirchenratspräsidentin Dr. Christina Aus der Au

    So 28. April – 10 Uhr
    Blau.Pause
    Gottesdienst

    Text: Gautschi, Donner