Architektur
Bachelor und Master

Und aus dem Ende wird ein neuer Anfang...
(02/2026) Wir gratulieren unseren Absolvent:innen von Herzen zu ihrem erfolgreichen Abschluss! Den Bachelor in sechs Semestern absolvierten diesmal 36 Studierende, den Bachelor in acht Semestern 18, im Master waren es 17 Studierende.

In einer vollen Aula wurden die Absolvent:innen des Wintersemesters 2025/26 in Begleitung ihrer Familien und Freunde, die sie während ihres Studiums tatkräftig und moralisch unterstützt haben, in der ersten Februarwoche feierlich verabschiedet. Dekan Prof. Oliver Fritz führte durchs Programm und gab Einblicke in das zurückliegende Studium, insbesondere in die letzten Monate: den Entwurf und Bau eigener Möbel für den temporären Standort des Fachbereichs Architektur im Bückle-Areal, die Summerschools in Konstanz, Brasilien, Französisch-Guayana und Tansania, die Blockwochen mit Angeboten zur COP 30 in Brasilien sowie an der Biennale Venedig als Semester-Großevent und die gemeinsam mit den Kommunikationsdesigner:innen veranstaltete KI-Week. Er beglückwünschte die Absolvent:innen und wünschte ihnen viel Erfolg in ihrer weiteren Berufslaufbahn, insbesondere in der aktuellen herausfordernden Zeit. In diesem Zusammenhang brachte er seine anhaltende Begeisterung für den Beruf des/der Architekten:in zum Ausdruck, der die großartige Chance bietet, die Zukunft aktiv mitzugestalten.
Im Anschluss wurden die Themen der Bachelor-Arbeiten kurz vorgestellt und die Absolvent:innen beglückwünscht. Als Geschenk erhielten sie ein so nützliches wie schickes Werkzeugkästchen aus Bambus und Sekt zum späteren Anstoßen.
Die gleichermaßen empathische wie inspirierende Festrede hielt Prof. Andreas Schwarting, in der er eingangs die konstant hohe Qualität der Studierendenarbeiten an der HTWG hervorhob. Die Strapazen der letzten Wochen, die Präsentation und Verteidigung ihrer Entwürfe in der Prüfungssituation habe den Absolvent:innen sicher Gelegenheit gegeben, auch sich selbst besser kennenzulernen. Entwerfen sei letztlich ein Entblößen der eigenen Persönlichkeit. Statt nun gute Ratschläge zu erteilen, konzentrierte sich Prof. Schwarting lieber darauf, die angehenden Architekt:innen zum Innehalten und Nachdenken über das Erreichte anzuregen. Schließlich hilft Geschwindigkeit auch im Entwurfsprozess nicht weiter: Geplant wird hier für zukünftige Realitäten: „Man könnte sagen, dass das Bauen dazu dient, der Zukunft einen Raum zu geben.“ Den spätantiken Philosophen Augustinus zitierend, auf den sich auch Ludwig Mies van der Rohe immer wieder berief, sprach er von der „Gegenwart des Vergangenen“ – der Erinnerung, der „Gegenwart des Gegenwärtigen“ – der Wahrnehmung oder Anschauung – und der „Gegenwart des Zukünftigen“ – der Erwartung, die sich auch auf zukunftsorientierte Projekte bezieht. Das Vergangene ist zwar vergangen, aber Geschichte doch immer ein Produkt der Gegenwart, da wir uns zu ihr in Beziehung setzen. „All dies gilt aber noch viel mehr für die Zukunft: Bauen ist überhaupt nur sinnvoll, ja möglich, mit einem Mindestmaß an Erwartung an die Zukunft, einem Mindestmaß an Zuversicht. Wer sich von der Zukunft nichts erhoffen kann, wird auch nicht bauen“, so Schwarting. Gerade heute, wo wir eine regelrechte Zeitenwende erleben, könne man allerdings leicht die Zuversicht verlieren. Vor diesem Hintergrund forderte er dazu auf, Geschichte als eine Konstruktion im permanenten Umbau zu sehen und aktiv an der Zukunft teilzuhaben. Architektur sei letztlich der Versuch, das Leben zu verstehen und zu ordnen, und das dazu notwendige Handwerkszeug haben die Absolvent:innen im Lauf ihres Studiums an der HTWG mitbekommen.
Der einzige Rat, den er geben wollte, war es, sich der Auswirkungen des eigenen Handelns unbedingt gewiss zu sein und die eigenen Ziele im Blick zu behalten, auch, wenn es dafür manchmal einen langen Atem braucht. Im Dialog ließen sich Lösungen finden, auch was das Bauen betrifft. Abschließend zitierte er den Titel eines Buches der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, dem er sich mit Nachdruck anschloss: „Überlasst die Welt nicht den Wahnsinnigen!“
Im Anschluss würdigten die betreuenden Professor:innen ihre Master-Absolvent:innen mit persönlichen Worten und stellten ihre verschiedenen Arbeiten kurz vor. Als Drittprüferinnen konnten in diesem Semester die Architektinnen Aita Flury und Marion Kalmer gewonnen werden. Für die musikalische Begleitung der Feier sorgten die sieben Streicher:innen von Constantia Classica.
Wir gratulieren allen Absolvent:innen von Herzen und wünschen ihnen alles Gute für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg. Bleibt in Kontakt und lasst mal von euch hören!
Text & Bilder: Christina Bösel





