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Neben dem Job studieren? So geht’s!

13.04.2018

Tipps für ein erfolgreiches berufsbegleitendes Studium

Lebenslanges Lernen ist ja schön und gut, aber wie bekommt man das alles unter einen Hut: Karriere im Job, Familie, Hobbies? Die Studierenden der Studiengänge an den Weiterbildungsinstituten der HTWG - Lake Constance Business School und Technische Akademie Konstanz – beweisen immer wieder aufs Neue, dass es möglich ist. Nur: Wie schaffen die das?

Relevante Inhalte für den Berufsalltag
„Wenn's Spaß macht und inhaltlich so gut ist, dass die Inhalte für den Berufsalltag relevant sind und man sie gleich anwenden kann, dann schafft man das schon“, sagt Jonathan Stooß. Der 27-Jährige ist frisch gebackener Absolvent des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Systems Engineering. Nach seinem Bachelor-Studium arbeitet er schon seit einigen Jahren bei der Daimler AG in Sindelfingen in der Hybrid-Elektrofahrzeugentwicklung. Nun hat er „nebenher“ den Master gemacht. Ganz so „nebenher“ ist ein Master aber selbstverständlich nicht zu schaffen. Gute Selbstorganisation, Disziplin und viel Motivation gehören schon dazu. Der Master of Systems Engineering erstreckt sich über vier Semester. Zirka alle fünf Wochen kommen die Studierenden für eine Blockwoche in die Villa Rheinburg, dem Tagungszentrum der HTWG. 75 Präsenztage zählt das Studium.

Präsenzzeit hat fast etwas von Urlaub
Stefan Foerg, hauptberuflich bei Airbus in Donauwörth beschäftigt, empfand es als Gewinn, in den Blockwochen in räumlicher Distanz zu Privat- und Arbeitsleben komprimiert Wissen aufsaugen zu können. Es habe fast etwas von Urlaub gehabt, sich für die Präsenzzeit auf den Weg in die Villa Rheinburg zu machen, schmunzelt Jonathan Stooß. Nicht nur die Fachveranstaltungen, sondern auch die Gemeinschaft mit den Kommilitonen und der Austausch über Branchen- und Generationengrenzen hinweg seien sehr bereichernd gewesen.

"Man weiß, wozu man das neue Wissen brauchen kann"
Für Simon Rau, ebenfalls Absolvent des berufsbegleitenden Masterprogramms, ist die Entscheidung zwischen Vollzeitstudium oder berufsbegleitendem Studium auch eine Altersfrage: „Wenn man erstmal Geld verdient hat, hat man keine Lust mehr auf ein Studium ohne weiterfließende Geldeinnahmen. Wenn man schon im Berufsleben steht, nimmt man die Belastung auch deshalb in Kauf, weil man weiß, wozu man das neue Wissen brauchen kann“, sagt er.

„Arbeite und lerne, und Du kannst gar nicht verhindern, dass Du etwas wirst.“

Thomas Carlyle, englischer Historiker aus dem 19. Jahrhundert

Fünf Tipps für ein erfolgreiches berufsbegleitendes Studium

Wie schaffe ich, wieder das Lernen zu lernen?
Zum Teil liegt das Erststudium bei der einen oder dem anderen schon mehrere Jahre zurück, sodass die Befürchtung da ist, ob man das wissenschaftliche Arbeiten und das Lernen überhaupt schafft. Als Berufstätige(r) haben Sie einen Vorteil gegenüber Studierenden im grundständigen Studiengang: Sie können Bezüge zwischen dem Lehrstoff und ihrer Arbeit herstellen. Tun Sie das! Wenn Sie neue Informationen mit vorhandenem Wissen verknüpfen, können Sie es leichter verinnerlichen.
Seien Sie egoistisch! Wählen Sie in den zu bearbeitenden Aufgaben bis hin zur Abschlussarbeit möglichst Themen, die ohnehin für Ihr Berufsleben relevant sind. So können Sie abstraktes Wissen praktisch anwenden – und Synergien schaffen.
Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen!
Bilden Sie Lerngruppen, am besten schon von Beginn des Studiums an. Sie können sich auch per Online-Konferenz austauschen, Unklarheiten klären, voneinander lernen. Beim gegenseitigen Vorstellen der Lernerkenntnisse merken Sie, ob Sie ein Thema verstanden haben. Nebenbei lernen Sie so auch die Arbeitsweise und Kultur anderer Firmen und neue Lösungswege kennen. Oft haben solche Lerngruppen über das Studium hinaus Bestand, so dass Sie sich austauschen können – und vielleicht auch interessante Jobangebote erhalten.

Was sollte ich bei Selbstorganisation und Zeitmanagement beachten?
Hüten Sie sich vor dem sogenannten „Bulimie-Lernen“. Lernen Sie kontinuierlich mit und teilen Sie sich ihren Stoff in Häppchen auf. So lassen sich auch die weniger interessanten Themen leichter verdauen. Gönnen Sie sich immer wieder Pausen, um das neu erlernte Wissen setzen zu lassen!
Machen Sie sich einen Plan! Bei den –weiterbildenden Studiengängen der HTWG erhalten Sie in der Regel zu Beginn eineTerminübersicht, wann „heiße Phasen“ und wann Pausen anstehen werden. Ein Studium erstreckt sich über mehrere Semester, da kann auch mal etwas Unvorhergesehenes passieren. Sprechen Sie dann mit den Verantwortlichen, damit sie mit Ihnen gemeinsam innerhalb der Prüfungsordnung Lösungen finden können.

Wie kann ich ein berufsbegleitendes Studium finanzieren?
Im aktualisierten Leitfaden "Weiterbildung finanzieren" gibt die Stiftung Warentest einen ausführlichen Überblick über die verschiedenen Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten (LINK). Außerdem finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung (DGWF) Fördermöglichkeiten in der Weiterbildung zum Download.
Finanzieren Sie Ihr Studium selbst, unterstützt Sie der Staat durch individuelle Steuererleichterungen. So können die Kosten abhängig vom persönlichen Steuersatz und der beruflichen Situation als Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend gemacht werden. Weitere Informationen erhalten Sie beim Finanzamt oder einem Steuerberater.
Nicht nur Sie profitieren vom in Ihrer Weiterbildung neu erworbenen Wissen, sondern auch Ihr Arbeitgeber. Immer mehr Arbeitgeber sind bereit, Studiengebühren ganz oder teilweise zu übernehmen. Sprechen Sie das Thema doch mal bei Ihrem Vorgesetzten oder in der Personalabteilung an!
Außerdem gibt es noch Stipendien, Bildungsprämie und Bildungsscheck bzw. Qualifizierungsscheck sowie Studienkredite wie z.B. den KfW Studienkredit.
Eine Übersicht zu weiteren Studienkrediten hat das CHE Centrum für Hochschulentwicklung GmbH erstellt.

Wie können mich Arbeitgeber und Kollegen, Freunde und Familie unterstützen?
Besprechen Sie Ihr Vorhaben schon vor Beginn des Studiums mit Ihren engen Familienangehörigen und Freunden und suchen Sie gemeinsam Wege, wie Aufgaben besser verteilt werden könnten. Machen Sie sich Ihre verschiedenen Rollen im Leben bewusst – zum Beispiel als Mutter, Fußballtrainer, Führungskraft – vergessen Sie sich selbst nicht dabei und machen Sie sich klar, wie viel Sie gewillt sind umzuverteilen.
Manche Studierende möchten nicht, dass ihr Arbeitgeber vom Studium erfährt. Dann halten Sie sich auch bei den Kollegen bedeckt. Wird Ihr Vorhaben von Ihrem Arbeitgeber unterstützt, sollten Sie sich bewusst machen, wie Sie darüber mit den Kollegen kommunizieren. Sie sollten nicht als Besserwisser gesehen werden, der nun im Studium die Weisheit mit Löffeln verabreicht bekommt. Im Idealfall sind Ihre Kollegen offen dafür, was Sie an neuen Ideen einbringen.

Darf ich trotzdem noch in Urlaub fahren?
Das sollen Sie sogar! Belohnen Sie sich, wenn ein Meilenstein im Studium erfolgreich erreicht ist. Bei den berufsbegleitenden Studiengängen an der HTWG ist in der Regel der August vorlesungsfrei und natürlich gibt es auch weitere Pausen, die Sie zur Erholung nutzen können.