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    Architektur

    Bachelor und Master

    Premiere: Erstmals wurde der Preis der Werner-Schupp-Stiftung für Arbeiten im Bereich Architektur an der HTWG vergeben

    (6|26) Die große Überraschung war, dass es gleich zwei Preise gab. Ex aequo erhielt die Arbeit „Schloss Blumenfeld – Raum Nr. 2.10“ im Bereich Bauforschung und Baudokumentation von Nora Martin, Franziska Purkert und Anna Rüger als auch die Bachelorarbeit „Wiederbelebung der Stille“ von Sandro Kohlert zur Umnutzung von Kirchen der Nachkriegszeit diese mit 1.000 € dotierte Auszeichnung.

    Ein neuer Preis für Arbeiten aus dem Architekturstudium

    Ins Leben gerufen hat den Werner-Schupp-Preis der namensgebende Konstanzer Bauunternehmer Werner Schupp, der sich über lange Zeit ehrenamtlich für die Stadt engagiert hat. Die nach ihm benannte Stiftung ist dem Erhalt und der Pflege des kulturellen Erbes verschrieben und vergibt fortan einmal im Jahr einen Preis, welcher der Nachwuchsförderung dient und an der HTWG Konstanz entstandene herausragende Studien- oder Abschlussarbeiten aus den Bereichen Historische Bauforschung, Denkmalpflege und Bauen im Bestand auszeichnet. 

    Die Nominierung der Studienarbeiten erfolgt durch die Lehrenden der HTWG. Es sind Einzel- und Gruppenarbeiten möglich. Die nominierten Arbeiten zeichnen sich durch beispielhafte, innovative und zukunftsweisende gestalterische Ansätze in der wissenschaftlichen Bearbeitung, den denkmalpflegerischen Konzepten und gestalterischen Lösungen aus. Für den ersten Preis waren insgesamt acht Arbeiten im Rennen.

    Eine schöne Aufgabe für die Jury

    Die Jury, welche die Arbeiten eingehend gesichtet hat, bestand aus Dr. Martin Hahn, Landeskonservator am Landesamt für Denkmalpflege Esslingen, Prof. Dr. Elke Nagel, Professorin für Architektur- und Baugeschichte an der OTH Regensburg und Geschäftsführerin von strebewerk.Architekten GmbH (Stuttgart), Prof. Ruggero Tropeano, tropeano architekten (Zürich) sowie Jochen Abshagen, Architekt und Mitglied des Kuratoriums der Werner-Schupp-Stiftung Konstanz. Sie wird beginnend mit diesem Jahr jeweils im Sommersemester tagen und beurteilt die nominierten Arbeiten der vergangenen zwei Semester.

    Ausdrücklich wurde seitens der Jury die hohe Qualität der Einreichungen gewürdigt. In allen Arbeiten eröffne sich „ein Spannungsfeld aus zwei großen Themenkomplexen […]: zum einen die bauforscherische Dokumentation und zum anderen das architektonisch-entwerferische Weiterdenken. In beiden Themenfeldern wurden zwei Arbeiten als herausragende Einreichungen identifiziert.“ Schnell war man sich dann einig, diese Arbeiten ex aequo auszuzeichnen. Es handelt sich um die Bachelorarbeit „Wiederbelebung der Stille“ von Sandro Kohlert zur Nachnutzung der Paul-Gerhardt-Kirche in Mannheim sowie die „Baudokumentation Schloss Blumenfeld – Raum Nr. 2.10“ von Nora Martin, Franziska Purkert und Anna Rüger zur Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Bauforschung. 

    Wir gratulieren herzlich zu diesem schönen Preis!

    Die Beurteilungen der Preisträgerprojekte 

    In der Jurybegründung zur Thesis im sechssemestrigen Bachelor heißt es: „Die Arbeit ,Wiederbelebung der Stille‘ von Sandro Kohlert zeigt einen beispielhaften und zukunftsweisenden Ansatz zur Umnutzung von Kirchen aus der Nachkriegszeit. Lösungen für diesen Bautypus stellen in der Denkmalpflege ein drängendes Desiderat dar. Die Sensibilität gegenüber dem Bestand und die stimmige gestalterische Neukonzeption zeichnen den Entwurf aus. Die Neunutzung steigert die städtebauliche Qualität. Ein hinzugefügter Baukörper nimmt das proportionale Gefüge auf und schreibt es mit innovativer Gestaltung fort. Der Entwurf arbeitet mit dem Kulturdenkmal, nicht gegen das Kulturdenkmal.“

    Betreut wurde die Arbeit durch Prof. Dr. Andreas Schwarting und Prof. Nicolas Schwager.

    Die Begründung zur Arbeit aus dem Wahlpflichtfach Denkmalpflege und Bauforschung lautet: „Die Arbeit ,Schloss Blumenfeld – Raum Nr. 2.10‘ von Nora Martin, Franziska Purkert und Anna Rüger ist ein herausragendes Beispiel für die Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Tiefe der wissenschaftlichen Bearbeitung bleibt ablesbar. Die Vermittlung auf grafisch innovative Weise ist der Schlüssel zur Sichtbarkeit der bauforscherischen Befunde und Erkenntnisse. Zugleich wird die Ableitung der Baugeschichte verständlich und illustratorisch hochwertig erklärt. Das traditionelle Werkzeug des Raumbuchs wurde hier innovativ über das Formblatt hinausgedacht.“

    Betreut wurde die Arbeit von Dr. Christian Fuchs und Frank Mienhardt.

    Weitere Informationen zum Preis auf unserer Homepage und hier.