KICG

Das Konstanz Institut für Corporate Governance

Projekt "Transparente Unternehmenskultur" (Deutsche Telekom)

Gesetzes- und Regelbrüche in Unternehmen gefährden Reputation und Geschäftserfolg – das haben diverse Fälle bei Dax-Konzernen in den vergangenen Jahren gezeigt. Die Telekom hatte sich deshalb zum Ziel gesetzt, integres Verhalten und die Widerspruchskultur im Unternehmen stärken.

Durch einen Dreiklang aus wissenschaftlicher Studie, Expertenkreis und Mitarbeitermeinung sollte die Unternehmenskultur objektiv analysiert werden und mögliche Ursachen für unethisches pro-organisationales ergründet und bewusst gemacht werden. Das Projekt zielte dabei darauf, diese Ursachen zu adressieren und die Basis einer werteorientieren und Compliance-bewussten Unternehmenskultur zu stärken.

Hierzu wurde die  European School of Management and Technologie (ESMT) und die Hertie School of Governance beauftragt, die Unternehmenskultur mit einer wissenschaftlichen Studie international unter die Lupe zu nehmen. Begleitet wurde die Studie von einem unabhängigen Expertenkreis, in dem Prof. Stephan Grüninger den Co-Vorsitz übernahm. Weitere Teilnehmer des Kreises waren:

  • Manuela Mackert, Chief Compliance Officer, Deutsche Telekom (Co-Vorsitz)
  • Monika Brandl, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Deutsche Telekom AG
  • Muel Kaptein, Professor of Business Ethics and Integrity Management, Erasmus University Rotterdam
  • Birgit Klesper, Leiterin Group Transformational Change & Corporate Responsibility, Deutsche Telekom
  • Klaus M. Leisinger, Präsident der Stiftung Globale Werte Allianz, Basel
  • Noor Naqschbandi, Korruptionsprävention, UN Global Compact, Deutsches Netzwerk
  • Sylvia Schenk, Transparency International Deutschland
  • Rita Süssmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesministerin
  • Matteo Tonello, Managing Director, The Conference Board, New York

 

“Die Telekom macht sich nackt” – Interview mit Prof. Dr. Stephan Grüninger. Hier abrufbar.

 


Multistakeholder-Analyse / Compliance Essentials

KICG prüft entwickelte Handlungsempfehlungen für die Ausgestaltung und Beurteilung von Compliance-Systemen.

Im Zeitraum vom 01. Mai 2015 bis 31. Oktober 2016 hat das KICG die Praxistauglichkeit der Forschungsergebnisse aus dem Vorläuferprojekt "Leitlinien für das Management von Organisations- und Aufsichtspflichten" unter Einbeziehung relevanter Stakeholdern evaluiert und einen lebendigen Dialog zwischen den entscheidungstragenden Beteiligten eines (Wirtschafts-) Unternehmens initiiert.

Projektziel
Das Forschungsprojekt "Multistakeholder-Analyse" hatte zum Ziel, eine intensive Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen aus dem abgeschlossenen Forschungsprojekt "Leitlinien für das Management zu den Organisations- und Aufsichtspflichten" herbeizuführen. Die Studie sollte die bestehenden Orientierungsdefizite und Unsicherheiten bei der Entwicklung und Implementierung von Compliance-Systemen reduzieren und dabei die Erwartungen der beteiligten Stakeholder herausarbeiten sowie die Praxistauglichkeit der "Leitfäden zur Beurteilung der Organisations- und Aufsichtspflichten" evaluieren, verifizieren und weiterentwickeln.

Praxisbezug
Für die Unternehmen ist es von erheblicher Bedeutung, im Bereich Compliance & Integrity verbindliche Regelungen zu erhalten. Vergangene Untersuchungen des Center for Business Compliance & Integrity (CBCI) haben gezeigt, dass vor allem im Mittelstand, die Kenntnis der Anforderungen an ein CMS im weiten Teilen wenig vorhanden und gleichzeitig die Angst vor dem Entstehen einer "Ethik-Bürokratie" enorm ausgeprägt ist (vgl. "Mittelstandsstudie"). Die vorliegende "Multistakeholder-Analyse" soll diese Unsicherheiten reduzieren und die jeweiligen Stakeholder-Erwartungen kommunizieren. Dabei geht es nicht nur um die Ansprüche seitens des Gesetzgebers an die Unternehmen, sondern vielmehr auch um die Erwartungshaltung sämtlicher relevanter Stakeholder aus Wirtschaft, Justiz/Verwaltung, Verbände, NGOs. Hier setzt das interdisziplinäre Forschungsprojekt an und kann durch Einbeziehung aller relevanten Stakeholder die Handlungsempfehlungen kollektiv evaluieren. Durch die gemeinsame Erarbeitung von Lösungswegen steigt die Chance, dass die Projektergebnisse über einen längeren Zeitraum aktiv bleiben, ggf. erforderliche Anpassungen und Änderungen erfahren und im Idealfall zu einer verbindlichen Umsetzung oder Anwendung führen.

Ergebnisse
Die "Multistakeholder-Analyse" konnte nicht nur zur Evaluierung der bestehenden KICG-Leitlinien beitragen, sondern darüber hinaus insgesamt sechs "Compliance Essentials" ermitteln, die für die Angemessenheit, Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit eines Compliance-Management-Systems aus Sicht der befragten Stakeholder unerlässlich sind. Neben den identifizierten "Compliance Essentials", bietet die Studien einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Compliance Management und die damit verbundenen unterschiedlichen Sichtweisen der befragten Stakeholder, wie etwa zur Diskussion um ein Verbandstrafrecht.  

Publikation
Die Forschungsergebnisse der "Multistakeholder-Analyse" sind in der Broschüre "Compliance Essentials - Was aus der Perspektive von Justiz, Verbänden und Unternehmen wirklich zählt". Die Publikation kann hier abgerufen werden. 

Projektleiter
Prof. Dr. Stephan Grüninger

Projektmitarbeiter
Matthias Wanzek
Anna Wiebe

Projektlaufzeit
1. Mai 2015 bis 31. Oktober 2016 

Förderer & Kooperationspartner

  • Audi
  • BASF SE
  • Bauindustrie Bayern
  • Clifford Chance
  • Ernst & Young GmbH
  • PricewaterhouseCoopers AG
  • RKW SE
  • TaylorWessing
  • Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr LLP

 


Leitlinien für das Management von Organisations- und Aufsichtspflichten

KICG erarbeitet Handlungsempfehlungen für die Ausgestaltung und Beurteilung von Compliance-Management-Systemen

Das KICG hat in dem Zeitraum vom 01. November 2011 bis 31. Dezember 2013 das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt "Leitlinien für das Management von Organisations- und Aufsichtspflichten" bearbeitet.

Projektziel
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt hatte zum Ziel, die Anforderungen zur Erfüllung der wesentlichen Organisationspflichten (Organisations- und Aufsichtspflichten) bei der Leitung und Überwachung von Unternehmen zu identifizieren, die Prinzipien der dazu erforderlichen Management-Maßnahmen zu untersuchen sowie daraus abgeleitete „Leitfäden zur Beurteilung der Organisations- und Aufsichtspflichten“ für Unternehmen unterschiedlicher Compliance-Komplexitätsstufen zu erstellen.
Als Forschungsergebnisse sind aus dem Projekt insgesamt sechs Dokumente entstanden, die auf der Projektseite Compliance-Pflichten zum Download bereit stehen.

Projektleiter
Prof. Dr. Stephan Grüninger
RAuN Dr. Roland Steinmeyer
Prof. Dr. habil. Josef Wieland

Projektmitarbeiter
RA Maximilian Jantz
Dr. Christine Butscher, geb. Schweikert  

Projektlaufzeit
1. November 2011 bis 31. Dezember 2013 

Förderer
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen: 17044X11


Compliance-Kommunikation in deutschen Unternehmen

Die Kommunikationsagentur Martin et Karczinski und Prof. Dr. Stephan Grüninger befragten über 60 Chief Compliance Officer

Gemeinsam mit Martin et Karczinski, der Münchner Agentur für Corporate Identity und Corporate Design, hat das Konstanz Institut für Corporate Governance eine Studie zum Thema Compliance veröffentlicht. Anhand einer grundlegenden Analyse zeigt ›Kommunikationspotenziale in Compliance-Systemen deutscher Unternehmen‹, wie Fragen der Regelbefolgung auch für große Konzerne extern an Glaubwürdigkeit und intern an Überzeugungskraft gewinnen können. Chief Compliance Officers und Compliance Officers von 64 zum überwiegenden Teil börsennotierter Unternehmen kommen in der Studie auch in Zitaten zu Wort.

Angesichts anhaltender Skandale und der damit verbundenen Image- bzw. Vertrauensverluste ist Integritätsmanagement ein wichtiger Schlüssel für die Bewältigung der Zukunft geworden. Auf über 144 Seiten liest sich ›Kommunikationspotenziale‹ nicht nur auf Grund der Aussagen von Compliance-Verantwortlichen in Unternehmen wie Adidas, Siemens und Deutsche Telekom spannend wie ein Krimi. Den Autoren gelingt es auch, Erfolgsfaktoren für funktionierende Compliance schlüssig zu isolieren. Hierzu gehören qualitativ hochwertige Schulungsprogramme, an denen Vertreter des Top-Managements genauso teilnehmen wie Mitarbeiter in sensiblen Funktionen. Der zweite Erfolgsfaktor ist die Zurechnung von Compliance in die Linienverantwortung der Führungskräfte (›Tone from the top‹). Der dritte Erfolgsfaktor ist der Kern einer jeden funktionierenden Compliance: die Kommunikation. »Integritätsmanagement funktioniert nur im Zusammenspiel von unterschiedlichen Kommunikationsinstrumenten und -kanälen«, fasst Professor Dr. Stephan Grüninger vom Konstanz Institut für Corporate Governance zusammen. »Die Studie zeigt, dass Compliance über die Marke kommuniziert werden und so Chancen zur Förderung der Identifikation von Mitarbeitern in Unternehmen in sich tragen kann«, ergänzt Daniel Karczinski (Martin et Karczinski). »Dieses Ergebnis bestätigt uns in unserer täglichen Compliance-Arbeit, zum Beispiel mit der AUDI AG«.

Die Studie „Kommunikationspotenziale in Compliance-Systemen deutscher Unternehmen“ ist ab sofort über eine Email an compliance-studie@htwg-konstanz.de oder compliance-Studie@metk.de für 38,90 Euro zzgl. MWSt erhältlich.


Anti-Fraud Management im Mittelstand

Das Forschungsprojekt „Anti-Fraud Management im Mittelstand“ untersucht die Corporate Governance und besonders die Compliance in mittelständischen und Familienunternehmen. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Management-Modells zur nachhaltigen Unternehmensführung von mittelständischen Unternehmen und zur Risikoreduzierung und Prävention wirtschaftskrimineller Handlungen.

Projektleiter
Prof. Dr. habil. Josef Wieland
Prof. Dr. Stephan Grüninger

Projektmitarbeiter
Andreas Heck
Dr. Christine Butscher, geb. Schweikert  

Projektlaufzeit
1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2011

Förderer
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg


Center for Business Compliance & Integrity (CBCI)

Im Fokus der Arbeit des Center for Business Compliance & Integrity stand das Thema „Compliance im Mittelstand“, da die Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen sowie interner Regeln und Verhaltensstandards auch für mittelständische Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Anforderungen an Compliance für typisch mittelständische Unternehmen zu kennen ist somit entscheidend für ein erfolgreiches Compliance Management. Das CBCI war bestrebt, diese herauszuarbeiten und damit der Frage einer angemessenen und wirksamen Governance-Struktur im Bereich Compliance für mittelständische Unternehmen nachzugehen. Dabei ging es zunächst darum, den Bedarf und die Mindestanforderungen an Compliance im Mittelstand zu beleuchten. Daraufhin sollte ein entsprechendes Implementierungs- und Prüfungsmodell entwickelt werden, das die besonderen Herausforderungen, vor denen mittelständische Unternehmen stehen, berücksichtigt. Ziel des CBCI war es, dabei sowohl wissenschaftliche als auch praxisorientierte Diskurse zu dieser Thematik zu initiieren und angemessene Methoden und Standards in diesem Bereich zu entwickeln.

Direktor des CBCI

Prof. Dr. Stephan Grüninger

Förderer

Idox Germany GmbH (ehem. COMFORMIS)

 

Weitere Informationen finden Sie hier.