Die Lehrveranstaltung “Umweltmanagement“ hat zum Ziel, dass Studierende Verständnis für die Komplexität, die vielfältigen Wechselwirkungen, und die Bedeutung der Umwelt für die menschliche
Gesellschaft erarbeiten. Hierzu betrachten wir die Thematik von der obersten Makroebene (z.B. Strahlungsbilanz des Systems Erde, globaler Wasserkreislauf) über die Mesoebene (z.B. Green
Deal der EU, EMAS-Verordnung) bis hin zur Mikroebene (z.B. Optimierung einzelner Maschinen im Betrieb). Zudem wird die langfristige Dynamik des Themas einbezogen. Dies geschieht anhand
von Themen wie Endlichkeit von Ressourcen, Generationengerechtigkeit, langfristige und irreversible Veränderungen von Ökosystemen (z.B. Gletscherschmelze) oder Langlebigkeit von
Kunststoffen.
Auf allen Ebenen wird auf den Dreiklang der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie, Soziales, der auch im Umweltmanagement an vorderster Stelle steht, abgestellt. Die Studierenden diskutieren
die komplexen Interdependenzen und teils konträren Zielsetzungen der drei Säulen. Unter fachlicher Begleitung, aber möglichst ohne explizite Lösungen vorzugeben, entwickeln die
Studierenden verschiedene Möglichkeiten, Ziele abzuwägen, zu priorisieren, und ggfs. miteinander in Einklang zu bringen. Die Studierenden sprechen meiner Erfahrung nach dieser umfassenden,
ganzheitlichen Betrachtung eine sehr hohe Bedeutung zu.
Das Thema Umweltmanagement ist längst aus der Nische in den politischen und gesellschaftlichen Vordergrund getreten. Die hohe Aktualität zeigt sich u.a. auf Basis vieler neuer Gesetze und
Verordnungen, politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, und Weiterentwicklung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Studierenden kennen am Ende der Lehrveranstaltung
den neuesten Stand des Umweltmanagements und sind im Unternehmen direkt in der Lage, aktiv und wertschaffend mitzuarbeiten.
Die Lehrveranstaltung folgt keinem linearen Konzept; sie lebt neben den von mir vorgesehenen Inhalten von und mit dem Input der Studierenden. Wenn Studierende an bestimmten Themen
besonderes Interesse zeigen, bearbeiten wir sie gemeinsam, u.a. bereiten Studierende dann ad hoc kleinere Referate für die gesamte Gruppe vor oder recherchieren mit ChatGPT. So kam z.B.
vor, dass wir aus dem Themenbereich der Umweltökonomie zur Klimagerechtigkeit oder zum Stand des chinesischen Emissionshandelssystems „abgebogen“ sind.
Als Lehrmittel kommen zum Einsatz:
- Klassisches Präsentationsformat zur Visualisierung der Wissensvermittlung
- Herleitung von Formeln und Prozessen an Tafel und Whiteboard
- Verschiedene Medien, insb. Filme zur Visualisierung und Auflockerung
- Übungsaufgaben und Diskussionszeiten zur Aktivierung der Studierenden
- Kurzreferate von Studierenden
- Künstliche Intelligenz (meist ChatGPT)
- Moodle dient als Repositorium für sämtliche Vorlesungsunterlagen, Referate von Studierenden, Literatur, Medien und Linksammlungen
Ziel ist, in jedem Semester eine Exkursion und/oder einen Gastvortrag anbieten zu können, dies ist jedoch organisatorisch nicht immer möglich gewesen. Im vergangenen Semester besuchten wir
in Kooperation mit einer Lehrveranstaltung der Fakultät Maschinenbau die Firma Bioenergie Frauenfeld, ein klimapositives Holzheizkraftwerk, das in einem innovativen Prozess Wärme, Strom
und Pflanzenkohle herstellt.