KICG

Das Konstanz Institut für Corporate Governance

5. Sitzung des Forum Compliance Mittelstand (FCM)

Unter der Gastgeberschaft der LBBW Immobilien Management GmbH fand am 26. Oktober 2018 die nunmehr 5. Sitzung des Forum Compliance Mittelstand (FCM) in Stuttgart statt.

Fachexperten aus Unternehmen, Anwaltskanzleien und Beratungsgesellschaften referrierten zu den Themen Geldwäsche, Kartellrisiken und Compliance-Organisation. Herr Dr. Stefan Otremba, Senior Manager bei KPMG, präsentierte aktuelle Herausforderungen bei der Geldwäschebekämpfung im Nichtfinanzsektor. In einem Workshop, geleitet von Herrn Dr. Martin Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter bei der Comfield Unternehmensberatung, diskutierten die Teilnehmer diverse Fallkonstellationen aus dem Bereich Anti-Trust-Compliance. Es folgte ein Vortrag über die juristische Perspektive auf die Compliance-Organisation von Herrn Dr. Roland Steinmeyer, Partner, Rechtsanwalt und Notar bei Wilmer Cutler Pickering Hale. Zuletzt referrierte Herr Heiko Wendel, General Counsel und Chief Compliance Officer bei Fuchs Petrolub, über Möglichkeiten für die Einrichtung und Umsetzung einer Compliance-Organisation in der Praxis.

Bei Fragen rund um das FCM können Sie sich gerne an Herrn Prof. Dr. Stephan Grüninger oder Herrn Matthias Wanzek wenden. Weitere Informationen zum Forum Compliance Mittelstand (FCM) erhalten über die Homepage des KICG und über das Zentrum für Wirtschaftsethik e.V. (ZfW).

 


Compliance im Unternehmen für Dummies

Prof. Dr. jur. Oliver Haag und Syndikusrechtsanwalt Maximilian Jantz (ehemaliger Mitarbeiter am KICG) zeigen in ihrem neuen Buch, wie sich Unternehmen wirksam vor Compliance-Verstößen und Haftung schützen können. Gezeigt werden dabei u.a. konkrete Maßnahmen, die sich zur Prävention von Regelverstößen eigenen. Das Buch richtet sich sowohl an Betriebspraktiker als auch an Studenten, die sich mit dem Thema Compliance auseinandersetzen. 

Informationen zum Buch finden Sie auf der Internetseite von Prof. Oliver Haag und hier.


Kein Geschäft ohne Compliance - Prof. Grüninger im Interview

Im Interview mit der Thüga Aktiengesellschaft plädiert Prof. Grüninger für eine Neuausrichtung der Compliance in Unternehmen. Trotz vergangener Skandale, die Unternehmen viel Geld und Reputation gekosten haben, werden die moralischen und juristischen Aspekte von strategischen Geschäftsentscheidungen viel zu oft ausgeblendet, wenn dadurch Umsatz oder Gewinn beeinträchtigt würden. Andererseits scheinen sich Unternehmen in einer "Compliance-Hypersensibilität" und in kleinteiligen Regelungen zu verlieren, sodass Mitarbeiter und Führungskräfte beispielsweise nicht mehr wissen, ob sie eine Einladung zum Abendessen annehmen dürfen oder nicht. Es sei daher notwendig, den Fokus der Compliance anzupassen, sodass vor allem die Unternehmensstrategie und die daraus resultierenden Ziele im Vordergrund stehen und weniger die zum Teil übertriebenden Regelungen zur Annahme von Geschenken und Einladungen etc.

Das vollständige Interview finden Sie hier.


Wie die Telekom der Ethik den Rücken stärkt

Die Deutsche Telekom hat als eines der ersten Großunternehmen in Deutschland erkannt, dass es zur Vermeidung von Gesetzes- und Regelbrüchen, nicht nur Compliance-Prozesse, sondern auch einer entsprechenden Unternehmenskultur bedarf, die regeltreues und moralisches Verhalten fördert. Im Rahmen des Projekts "Transparente Unternehmenskultur" sollte integres Verhalten und die Widerspruchskultur im Unternehmen gestärkt werden. Diesen Prozess hat Prof. Dr. Stephan Grüninger in der Rolle des Co-Vorsitzenden des Expertenkreises eng begleitet.

Im Rahmen des Projekts hat die Telekom die European School of Management and Technology (ESMT) und die Hertie School of Governance beauftragt, die Unternehmenskultur mit einer wissenschaftlichen Studie international unter die Lupe zu nehmen. Es sollte festgestellt werden, ob die Werte und Regeln des Unternehmens tatsächlich verankert sind und wo Ursachen für mögliches Fehlverhalten liegen. Neben vielen positiven Aspekten hat die Untersuchung auch Verbesserungsbedarf identifiziert, der zum Abschluss des Projekts in einem umfangreichen Konzept zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und der Compliance umgesetzt wurde. Ausgehend von einer überwiegend juristischen Perspektive, steht nun auch eine werteorientierte Unternehmenskultur im Fokus der Compliance. Vor allem Schulungen und Trainings sollen u.a. dazu beitragen, Konfliktsituationen moralisch reflektiert anzugehen, Missstände offen anzusprechen und Hinweisen auf Fehlverhalten konsequent nachzugehen. 

„Die Deutsche Telekom hat als erstes Großunternehmen in Deutschland eine derart umfassende Analyse ihrer ethischen Unternehmenskultur vorgenommen. Das war ein mutiges Unterfangen und es sind neben vielen positiven Aspekten auch einige weniger schöne Seiten zum Vorschein gekommen. Ich wünsche dem Vorstand und den verantwortlichen Führungskräften, dass sie an ihrem Willen festhalten und in der Lage sind, für die Dauerhaftigkeit eines ernsthaften Compliance- und Integritätsmanagements für dieses wichtige Unternehmen zu sorgen.“
Prof. Dr. Stephan Grüninger, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung, Konstanz (Co-Vorsitzender des Expertenkreises) 

Weitere Informationen zum Projekt "Transparente Unternehmenskultur" der Telekom finden Sie hier.


Prof. Grüninger über Herausforderungen der Digitalisierung

In der aktuellen Ausgabe des CEDO-Magazins wird das Verhältnis von Corporate Governance und Compliance zu Digitalisierung thematisiert. Der digitale Wandel bringt nicht nur zahlreiche Vorteile, sondern zugleich gehen damit auch neue Herausforderungen und Risiken für Unternehmen einher. Digitalisierte Korruption, Datendiebstahl und Industriespionage durch Hackerangriffe sind dabei nur einige von unzähligen Risiken. Andererseits bieten neue Technologien auch verbesserte Möglichkeiten der Prävention und Kontrolle.

Bei aller Euphorie für neue Technik und Technologien sollte dennoch eine umsichtige Vorgehensweise erfolgen, so Prof. Grüninger. Der Wissenschaftliche Direktor des KICG plädiert im Umgang mit digitalen Themen für einen transparenten gesellschaftlichen Diskurs zwischen Politik, Unternehmen, aber auch Kunden. Weite Teile der Digitalisierung seien Spezialthemen, die viele Leute überforderen. Deshalb gehe es vor allem um die Schaffung von Transparenz und Erhlichkeit. Unternehmen müssten sich auch ihrer Verantwortung beim Einsatz von neuen Technologien bewusst werden.

Der vollstängie Artikel ist hier abrufbar.


Prof. Dr. Stephan Grüninger und Prof. Dr. Nick Lin-Hi neue Vorsitzende des DNWE

Im Anschluss an die Jahrestagung des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik wurden auf der 26. ordentlichen Mitgliederversammlung am 29. Juni 2018 in Frankfurt am Main Prof. Dr. Stephan Grüninger und Prof. Dr. Nick Lin-Hi (Universität Vechta) zu den beiden neuen Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins gewählt. Sie treten im Vorstandsamt die Nachfolge von Prof. Dr. Josef Wieland (Zeppelin Universität, Friedrichshafen) an, der in das Kuratorium des DNWE e. V. wechselt und dort den Vorsitz des Gremiums übernimmt.

Über das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik
Das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik ist eine, 1993 gegründete, zivilgesellschaftliche Organisation mit dem Ziel, die Rolle der Ethik in der Wirtschaft zu stärken – durch den Austausch zwischen Vertretern von Unternehmen, Verbänden und Wissenschaft. Das DNWE nimmt am öffentlichen Diskurs teil, arbeitet mit anderen Organisationen zusammen und identifiziert und ermutigt vorbildhaftes Handeln. Seine Leitthemen sind Nachhaltige Entwicklung, Förderung von Integrität & Compliance sowie Verantwortung von Unternehmen (CSR).
Mit seinen ca. 500 Mitgliedern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, entwickelt das DNWE in Regionalforen, thematischen Arbeitskreisen, Expertenforen und Veranstaltungen Aktivitäten im ganzen Bundesgebiet.

Zur Zukunft des DNWE meint Prof. Dr. Stephan Grüninger nach seiner Wahl: „Es ist eine Ehre, in dieser exponierten Position für das DNWE arbeiten zu dürfen. Vor über 20 Jahren war ich Assistent der Geschäftsleitung, im Nebenjob zu meiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Josef Wieland. (...) Es ist kein ganz einfaches Marktumfeld, wenn ich das einmal so formulieren darf, in dem sich unser Netzwerk heute bewegt. (...) Aber ich bin zuversichtlich, dass sich die Qualität des Originals durchsetzen kann. Ich kenne jedenfalls keine zweite Vereinigung in Deutschland, die einen so breiten und tiefgehenden Sachverstand im Bereich der Wirtschafts- und Unternehmensethik in sich vereinigt wie das DNWE."

Das DNWE hat seine Geschäftsstelle in Berlin und gibt die Zeitschrift Forum Wirtschaftsethik heraus. Vorsitzende des DNWE sind Prof. Dr. Stephan Grüninger, HTWG Hochschule Konstanz und Prof. Dr. Nick Lin-Hi, Universität Vechta. Ihnen zur Seite stehen Dr. Matthias Herfeld (Schatzmeister), Prof. Dr. Joachim Fetzer, Otto Geiß, Katharina Knoll, Dr. Stefan Otremba, Monika Rühl und Bernhard Schwager.

Zur Homepage des DNWE hier klicken.
Die vollständige Pressemitteilung findet sich hier.


Einladung des Arbeitskreises "Unternehmensrechnung und Steuern"

Im Sommersemester 2018 setzt der Arbeitskreis „Unternehmensrechnung und Steuern“ seine Vortragsreihe mit einem spannenden Thema fort. Als Referent konnte dieses Mal Herr WP/StB Prof. Dr. Manfred Pollanz gewonnen werden.

Herr Prof. Dr. Manfred Pollanz spricht zum Thema "Die Going-Concern-Prämisse im Spannungsfeld zwischen handelsrechtlicher Fortführungsvermutung und insolvenzrechtlicher Fortbestehensprognose - eine kritische Analyse des BGH-Urteils vom 26.01.2017".

Der Vortrag findet am 11. Juni 2018 um 17:30 Uhr an der HTWG Konstanz, Gebäude F, Raum 007 statt. Der Vortrag umfasst ca. 45 Minuten. Danach steht Zeit für Diskussionen zur Verfügung.

Der Arbeitskreis "Unternehmensrechnung und Steuern" freut sich auf Ihr Kommen. Bei Interesse wird um Anmeldung per E-Mail an folgende Adresse gebeten: volz@htwg-konstanz.de.


Anstand auf Anordnung? – Prof. Dr. Stephan Grüninger im Handelsblatt

Der Artikel „Anstand auf Anordnung“ in der aktuellen Ausgabe des Handelsblatts (Nr. 90 /Mai 2018) beschäftigt sich mit der stetig wachsenden Zahl an Vorschriften und Regelungen in der deutschen Wirtschaft und der Frage, wie sich Compliance („Das gefürchtete C-Wort“) tatsächlich wirksam im Unternehmen integrieren lässt. 

In dem Beitrag wird auf eine Studie des Bundesverbands der Personalmanager verwiesen, in welcher festgestellt wurde, dass sich etwa die Hälfte der befragten Personal- und Compliance-Verantwortlichen nicht darüber im Klaren sind, ob durchgeführte Compliance-Schulungen wirklich eine Wirkung entfalten können und einen bleibenden Eindruck im Unternehmen hinterlassen. Der häufig mit den Compliance-Maßnahmen einhergehende, bürokratische Aufwand sei ein Hindernis, der eine „Erniedrigungsbürokratie" entstehen lasse. 

Prof. Dr. Stephan Grüninger rät im Artikel stattdessen dazu, ein „Klima der Integrität“ aufzubauen, welches unethisches Verhalten nicht zulasse. Schließlich sei die große Mehrzahl an Mitarbeitern nicht kriminell, sondern folge vielmehr den üblichen Unternehmensgepflogenheiten, so der Direktor des KICG. Um Compliance wirksam zu verankern, müsse die Unternehmenskultur angepasst werden. Diese werde wiederum stark durch das Verhalten der Führungskräfte geprägt. Es sei von elementarer Bedeutung, „die Köpfe und Herzen aller Mitarbeiter [zu] erreichen“. 

Im weiteren Verlauf des Artikels werden Praxisbeispiele aus dem Alltag deutscher Unternehmen genannt. So wird auf das Compliance-Management der Deutschen Telekom verwiesen, das neben der Durchführung sog. Dilemmata-Workshops und der Implementierung einer „speak-up culture“ auch auf Untersuchungen zur Effektivität der eigenen Compliance-Maßnahmen setzt.

 

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Erst der Profit dann die Moral?

Unter diesem, frei nach Bertold Brecht zitierten Motto, diskutierten drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deutscher sowie schweizerischer Hochschulen im Rahmen der Veranstaltung „Grenzgänger Wissenschaft“ am 22.05.2018 im Café|Bar SiX in Kreuzlingen.

Neben Vertretern der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) aus der Schweiz sowie der Universität Konstanz, nahm auch Prof. Dr. Stephan Grüninger, Professor an der HTWG Konstanz und Leiter des KICG, an der Diskussion teil. Dabei wurde insbesondere darüber diskutiert, wie die Dissonanz zwischen der eigenen Einstellung und dem Konsumverhalten geschlossen werden könnte. Es kam zum Ausdruck, dass es von großer Bedeutung sei, speziell für Zivilpersonen, als auch Unternehmen, eine ethische Haltung einzunehmen und diese auch einzufordern. Speziell Schulen sowie Hochschulen seien dafür geeignete Institutionen, da diese über das Elternhaus und dessen moralisch-ethische Erziehung hinausgehen und so eine ethisch-kritische Haltung einnehmen, weitergeben und dafür sensibilisieren könnten. Es sei notwendig, so die Teilnehmer, Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, was an Hochschulen gelehrt werden könne. Darüber hinaus seien auch Normen und Standards eine Möglichkeit, dem Individuum eine gewisse moralische Orientierung zu geben. Sie würden direkt beim Kauf eines Produkts, die ethischen Konsequenzen sichtbar machen.
Prof. Dr. Stephan Grüninger forderte im Rahmen der Diskussion vor allem Unternehmen dazu auf, die eigene Wertschöpfungskette transparenter zu gestalten. Dies führe dazu, dass diese häufiger in die Verantwortung für ihr Handeln gezogen werden könnten.

Über "Grenzgänger Wissenschaft"

«Grenzgänger Wissenschaft» ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Universität Konstanz, der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen und der Stadt Konstanz. Der Wissenschafts-Talk bringt Forscherinnen und Forscher aus drei Hochschulen zusammen, um ein gemeinsames Thema über die Grenzen von Fachdisziplinen hinweg zu diskutieren – miteinander und mit dem Publikum, stets mit besonderem Fokus auf die Städte Konstanz und Kreuzlingen sowie auf die Region. «Grenzgänger Wissenschaft» überschreitet zugleich die Landesgrenzen und findet alternierend in Konstanz und in Kreuzlingen in der Schweiz statt. Die Veranstaltungen werden von der Internationalen Bodensee- Hochschule (IBH) gefördert und finden im Rahmen der Reihe «IBH-Positionen» statt.

Weitere Informationen und Termine finden Sie unter: www.grenzgaenger-wissenschaft.de

 

Die ganze Veranstaltung im Video-Stream können Sie zudem hier abrufen


Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus M. Leisinger zu Gast an der HTWG Konstanz

Am Mittwoch, den 09. Mai 2018 war Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus M. Leisinger, Präsident und Gründer der Stiftung Globale Werte Allianz zu Besuch an der HTWG in Konstanz. Begrüßt wurde er vom  HTWG-Präsidenten, Prof. Dr.-Ing. Carsten Manz, der in seiner kurzen Ansprache auch auf die Nachhaltigkeitsbemühungen  der eigenen Hochschule einging. Einleitende Worte sprachen daneben der BWL-Studiendekan, Prof. Dr. Frank Best und Prof. Dr. Stephan Grüninger als Direktor des KICG. Prof. Leisinger, Sozialwissenschaftler und Ökonom, ehemaliger Leiter der Novartis Stiftung für nachhaltige Entwicklung und früherer Special Advisor der UN referierte zum Thema 

Corporate Responsibility für Nachhaltige Entwicklung“.

Mitreißend und rhetorisch brillant ließ er sowohl sein theoretisches als auch umfangreiches praktisches Wissen in den Vortrag miteinfließen. Er führte aus, dass es die zentrale Notwendigkeit für Unternehmen in der heutigen Zeit sei, Transparenz in der Güterabwägung zu schaffen. Diese Transparenz gehe einher mit einem nachhaltigen und sozialen Engagement. Jene Unternehmensaktivitäten seien stets mit Kosten verbunden, die wiederum bei einigen Stakeholdern für Unmut sorgen könnten. Benötigt würde deshalb eine neue Form des Leaderships und damit neue Führungskräfte, die diesen Offenlegungsprozess leiten. Denn nur wenn die Anspruchsgruppen die Abwägungen des Entscheiders nachvollziehen können, sind sie zur Akzeptanz seiner Handlung bereit, auch wenn sie gegen die eigenen Interessen gerichtet ist. Durch eigene Erfahrungen, so Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus M. Leisinger, habe er gelernt, dass sowohl in Unternehmen als auch bei jedem Einzelnen häufig die Probleme unserer Zeit klar und die entsprechenden Gegenmaßnahmen bekannt seien. Prinzipiell würden die meisten Menschen instinktiv helfen wollen, wenn ihnen ein Problem unmittelbar begegnete. Er nennt als Beispiel die direkte Konfrontation mit den sehr ärmlichen Lebensverhältnissen in Slums, auf die man mit Hilfsbereitschaft und dem Wunsch nach schneller Abhilfe reagiere.
Trotz alledem gäbe es in Bezug auf unternehmerische Maßnahmen keinen ausnahmslos richtigen oder falschen Weg. Stattdessen sei - wie bereits beschrieben - stets die Abwägung notwendig, welche Maßnahmen bezüglich der sich ändernden politischen, sozialen, unternehmerischen und ökologischen Rahmenbedingungen die annehmbarste sei. Er mahnte dabei jedoch an, dass der nächstliegende Ansatz dabei nicht immer der sinnvollste sei, da dieser meist kurzfristig motiviert und angelegt ist. Ein sogenannter „Sustainability-Ansatz“ wahre dabei den Fokus auf eine langfristig orientierte Maßnahme. 
Schlussendlich stünden Unternehmen jedoch nie allein in der Verantwortung. Alle Akteure der Gesellschaft müssten aktiv werden. Er appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen. Denn, so Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus M. Leisinger, eine Veränderung sei letztlich nichts anderes als kleine Schritte von etwa 7,62 Milliarden Menschen!


39. Sitzung des Forum Compliance & Integrity zum Thema Compliance und Digitalisierung

Am Donnerstag und Freitag (03.-04. Mai 2018) fand die 39. Sitzung des Forum Compliance & Integrity (FCI) unter der Gastgeberschaft der Daimler AG in Stuttgart statt. 

Unter dem Schwerpunktthema „Compliance und Digitalisierung“ referierten zahlreiche Praxisexperten aus der Automobil- sowie der Softwarebranche, Anwaltskanzleien und der Beratung. 

Eröffnet wurde die Sitzung von Herrn Prof. Dr. Stephan Grüninger, Direktor des FCI und Herrn Olaf Schick, Chief Compliance Officer der Daimler AG bereits am Donnerstagabend. Anschließend hielt Herr Dr. Thomas Grützner, Partner und Rechtsanwalt bei Baker&McKenzie, die Dinner Speech zum Thema „Produktbezogene Compliance – Risiken und ihre Folgen für Compliance Management Systeme“.

Herr Olaf Schick präsentierte am Freitag einen Vortrag zur Data Governance der Daimler AG, an den sich ein Beitrag von Herrn Dr. Björn Nill, Leiter Group Compliance Digital Risk Office der Daimler AG anschloss. Dr. Roman Zagrosek und Christian Steim, jeweils Geschäftsführer der Compliance Solutions GmbH, zeigten in ihrer Präsentation die Möglichkeiten und Grenzen von digitaler Compliance auf, gefolgt von einem Vortrag von Herrn Klaus Schimmer, der Director Business Development im Bereich Machine Learning der SAP SE ist. Er gab einen Einblick, wie maschinelles Lernen intelligente Unternehmen entstehen lässt. Dr. Helmut Krenek, Vorsitzender Richter des Landgerichts München ging in seinem Vortrag auf die Auswirkungen des Siemens-Urteils für die Compliance Arbeit ein.

Zuletzt präsentierte Rechtsanwalt Dr. Andreas Wirth, die Berücksichtigung von Compliance-Management-Systemen bei Strafzumessungen unter dem Aspekt des Urteils des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 09. Mai 2017 und lieferte einen aktuellen Ausblick. 

Die vollständige Agenda der Sitzung finden Sie hier


4. Sitzung des Forum Compliance Mittelstand (FCM)

Am 20. April 2018 fand unter der Gastgeberschaft der Firma BITZER SE die 4. Sitzung des Forum Compliance Mittelstand (FCM) in Rottenburg-Ergenzingen statt. Einmal mehr folgten zahlreiche Unternehmensvertreter der Einladung von Prof. Dr. Stephan Grüninger und des Zentrum für Wirtschaftsethik e.V. (ZfW).

Unter dem Sitzungsschwerpunkt "Gesteigerte Compliance-Risiken in der Wirtschaft - Auswirkungen für den Mittelstand" referierten Fachexperten aus Unternehmen und Anwaltskanzleien. Herr Dr. Christian Steinle, Partner und Rechtsanwalt bei Gleiss Lutz, präsentierte eine juristische Perspektive zu Kartellrisiken im Mittelstand. Daraufhin stellte Herr Dr. Norbert Löw, Head of Antitrust Law & Compliance bei der Evonik Industries AG, die zugehörigen unternehmensinternen Maßnahmen zur Prävention von Kartellrisiken vor. Es folgte ein Vortrag von Herr Dr. Emanuel Ballo, assoziierter Partner und Rechtsanwalt bei Gleiss Lutz, zu potentiellen Neuerungen und Verschärfungen von Unternehmenssanktionen auf Grundlage des Koalitionsvertrages von CDU/CSU und SPD. Zuletzt präsentierte Herr Wolfgang Schaupensteiner, Rechtsanwalt und Oberstaatsanwalt a.D, Möglichkeiten und Hinweise für die Vorbereitung auf staatsanwaltliche Ermittlungen in Unternehmen sowie das Verhalten bei und nach Untersuchungen.

Das FCM ist als freiwilliger Zusammenschluss von mittelständischen Unternehmen und Verbänden konzipiert und dient der Förderung und Verbreitung eines werteorientierten Wirtschaftens im Mittelstand. Hierzu befasst sich das FCM thematisch mit Methoden des Compliance-Managements für Mittelständler. Zielsetzung des FCM ist es, im Rahmen eines Netzwerks einen beidseitigen Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis zu ermöglichen. Weiterhin dient das FCM einem kontinuierlichen Erfahrungsaustausch der beteiligten Partner untereinander und ermöglicht gegenseitige Beratung zu aktuellen Fragen und Herausforderungen rund um Compliance.

Bei Fragen rund um das FCM können Sie sich gerne an Herrn Prof. Dr. Stephan Grüninger oder Herrn Matthias Wanzek wenden. Weitere Informationen zum Forum Compliance Mittelstand (FCM) erhalten über die Homepage des KICG und des Zentrum für Wirtschaftsethik e.V. (ZfW).

 


2. Sitzung der FCI-Arbeitsgruppe "Compliance Best Practices & CMS Wirksamkeit"

Am 19. Januar 2018 fand im Fankfurter Büro von Clifford Chance Deutschland die 2. Sitzung der Arbeitsgruppe "Compliance Best Practices & CMS Wirksamkeit" statt. 

Die Arbeitsgruppe des Forum Compliance & Integrity (FCI) bearbeitet aktuelle Fragestellungen in Abstimmung mit den Mitgliedern des Forum und erarbeitet Best Practices, die den Mitgliedern der Gruppe helfen sollen, eigene CMS effektiv und effizient zu gestalten und dessen Wirksamkeit sicherzustellen. Dabei heißt "Best Practice" nicht, dass an Standards i.S. von Anforderungen gearbeitet werden soll, sondern an den konkreten praktischen Umsetzungsmöglichkeiten.

Die verganene Sitzung stand unter dem Themenschwerpunkt "Compliance Management in komplexen Matrixstrukturen". Angeregt wurde die Diskussion und Erarbeitung von Arbeitsergebnissen durch Vorträge von Herrn Dr. Peter Dieners und Herrn Ulrich Lembeck (Clifford Chance), die die juristische Perspektive des Themas beleuchteten. Darauf folgten Vorträge von Herrn Thomas Hartmann (BASF) und Herrn Dr. Norbert Löw (Evonik Industries), die weitere praktische Gesichtspunkte aus dem Unternehmensalltag in die Diskussion einbrachten. 


3. Sitzung des Forum Compliance Mittelstand (FCM)

Unter der Gastgeberschaft der Firma PERI GmbH fand am 17. November 2017 die 3. Sitzung des Forum Compliance Mittelstand (FCM) in Weißenhorn statt. Einmal mehr folgten der Einladung des Direktors Prof. Dr. Stephan Grüninger nicht nur Verteter der Mitgliedsunternehmen, sondern zahlreiche weitere Interessenten.

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Ehemalige KICG-Mitarbeiterin schließt ihre Promotion erfolgreich ab

Frau Dr. des. Lisa Schöttl hat ihre Promotion zum Thema „Integrity Management – Zur Bedeutung und Förderung integren Unternehmenshandelns“ am 2. Oktober 2017 erfolgreich an der Zeppelin Universität (ZU) Friedrichshafen abgeschlossen.

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"Integrity Management und Unternehmenskultur" - Artikel von Prof. Stephan Grüninger und Matthias Wanzek

Im aktuellen Dossier zum Thema "Führung" des Forum Wirtschaftsethik analysieren Prof. Dr. Stephan Grüninger und Matthias Wanzek die aktuellen Probleme einer "herkömmlichen" Compliance, warum die darauf aufbauenden Maßnahmen regelmäßig scheitern und welcher Ansatz stattdessen Erfolg verspricht.  

Angesichts der zahlreichen Skandale um wirtschaftskriminelles und unmoralisches Verhalten in und durch Unternehmen, scheinen die bisher getroffenen Maßnahmen zur Prävention nicht auszureichen oder gar wirkungslos. So hat etwa der VW-Abgasskandal einmal mehr gezeigt, dass die etablierten Compliance-Maßnahmen und vermeintlichen „Best Practices“ nicht ausreichen, um gesetzestreues und moralisches Handeln in Unternehmen herzustellen. Die Bemühungen um "Compliance" dürfen sich nicht in starren Regeln und Richtlinien erschöpfen, sondern bedürfen vielmehr ergänzende Initiativen, wie einem Integrity Management, das insbesondere der Unternehmenskultur und dem Verhalten der Führungskräfte und Mitarbeiter Beachtung schenkt. 

Der vollständige Artikel ist hier abrufbar.

Prof. Dr. Stephan Grüninger ist Professor an der HTWG Konstanz für Managerial Economics und Direktor des Konstanz Institut für Corporate Governance (KICG) sowie des Center for Business Compliance & Integrity (CBCI).

Matthias Wanzek ist Mitarbeiter von Prof. Grüninger am KICG und CBCI.
 


Einladung des Arbeitskreises "Unternehmensrechnung und Steuern"

Im Wintersemester 2017/2018 wird der Arbeitskreis „Unternehmensrechnung und Steuern“ fortgesetzt. Als Referenten konnten dieses Mal Herr Prof. Dr. Sven Morich (Technical Director beim DRSC) und Herr Dr. Robert Braun (DPR) gewonnen werden.

Die Veranstaltungen finden am 13.11.2017 und am 15.01.2018 jeweils um 17.30 Uhr an der HTWG Konstanz, Seminargebäude II, Raum P001, statt.

Am 13.11.2017 spricht Herr Prof. Dr. Sven Morich über das Thema „Organisation und Arbeitsweise des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee e. V. (DRSC) - Aktuelle Entwicklungen der Unternehmensberichterstattung und ihrer Standardsetzung am Beispiel CSR“ und am 15.01.2018 referiert Herr Dr. Robert Braun über „Aktuelle Erfahrungen der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) zum Impairment Test.“

Wir laden Sie herzlich zu diesen Referaten ein. Die Vorträge umfassen jeweils ca. 45 Minuten. Danach steht Zeit für Diskussion zur Verfügung. Wir bitten Sie, bei Interesse die Anmeldung durch E-Mail an nachfolgende Adresse: volz@htwg-konstanz.de, vorzunehmen.


Prof. Dr. Stephan Grüninger als Podiumsgast auf 12. Mittelstandstag Bodensee in Friedrichshafen

Prof. Grüninger war am 28. September 2017 Referent auf dem Mittelstandstag im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Als Teilnehmer der Podiumsdiskussion gab er mittelständischen Unternehmensvertretern u. a. Empfehlungen zur firmeninternen Umsetzung von Compliance-Maßnahmen.

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“Rethinking Compliance – Essential Cornerstones For More Effectiveness In Compliance Management” – Artikel von Prof. Grüninger und Lisa Schöttl

In der aktuellen Ausgabe des „Compliance Elliance Journal“ analysieren Prof. Dr. Stephan Grüninger und Lisa Schöttl die wesentlichen Grundpfeiler eines nachhaltig wirksamen Compliance-Managements.

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Beitrag von Prof. Grüninger im "Praxishandbuch Legal Operations Management"

Im kürzlich erschienenen "Praxishandbuch Legal Operations Management" beschreibt Prof. Grüninger den Prozess der "Corporate Social Responsibility" und des Integritätsmanagements im Unternehmensalltag.

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Regeltreue entsteht in den Chefetagen: KICG und Taylor Wessing veröffentlichen Compliance Studie

Eine neue Studie des KICG und weiteren Kooperationspartnern konnte sechs "Compliance Essentials" ermitteln, die für die Angemessenheit, Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit von CMS unerlässlich sind.

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Kartellvorwürfe gegen deutsche Autobauer - Prof. Grüninger im Radiointerview

Nach dem Abgasskandal sorgt nun ein neuer Vorwurf gegen deutsche Autobauer für Aufsehen. Die großen Automobilkonzerne VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich über Jahrzehnte hinweg zu Lieferanten und Preisen abgesprochen und damit kartellrechtswidrig gehandelt haben. 

Im Interview mit dem Sender "radioeins rbb" äußert sich Prof. Grüninger zu den aktuellen Vorwürfen, der moralischen Verantwortung von Unternehmen und den möglichen Folgen wettbewerbswidriger Absprachen. 

Den Artikel zum Beitrag finden Sie hier. Das Interview kann hier noch einmal abgerufen werden.

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